NĂŒtzt es dem Volk, betrogen zu werden? (Elisabeth DĂ©cultot)
«NĂŒtzt es dem Volk, betrogen zu werden?» - Schon die Zeitgenossen sahen diese 1780 von der Berliner Akademie veröffentlichte Preisfrage als epochemachend und schockierend. Der vorliegende Band fragt, ob der Wettbewerb als Höhepunkt, Wendepunkt oder Tiefpunkt der AufklĂ€rung verstanden werden kann.
Ausgelöst wurde damals eine lebhafte Diskussion, in der die politischen Implikationen der AufklĂ€rung verhandelt wurden. Ob die AufklĂ€rung und die Regierungen wirklich gemeinsame Interessen verfolgten? Ob erstere durch TĂ€uschung geschĂŒtzt werden mĂŒsse? Ob letztere durch TĂ€uschung kompromittiert werden? Es zeigt sich die zunehmende Skepsis gegenĂŒber der AufklĂ€rung am Ende des 18. Jahrhunderts, und es treten die Ambivalenzen und Spannungen zutage, die sie prĂ€gen: die prekĂ€re Position der deutschen AufklĂ€rung, die den Kampf gegen Vorurteile mit der Unterordnung unter die staatliche Obrigkeit verband, das zweideutige VerhĂ€ltnis der AufklĂ€rung ĂŒberhaupt zum «Volk», ihr Glaube an die Macht der Wahrheit und ihr Zweifel daran. Die Diskussion ist auch heute aktuell angesichts einer Krise der Ăffentlichkeit und eines sich verschĂ€rfenden Streites um den politischen Wert der Wissenschaft, in dem oft explizit Bezug auf die AufklĂ€rung genommen wird.
Autorenportrait
Elisabeth DĂ©cultot ist seit 2015 Professorin fĂŒr Neuere deutsche Literatur an der UniversitĂ€t Halle-Wittenberg und leitet dort das InterdisziplinĂ€re Zentrum fĂŒr die Erforschung der europĂ€ischen AufklĂ€rung (IZEA). Zuvor war sie Directrice de Recherche im Centre National de la Recherche Scientifique in Paris. Sie ist Sprecherin des Graduiertenkollegs «Politik der AufklĂ€rung».
Daniel Weidner ist seit 2020 Professor fĂŒr Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der UniversitĂ€t Halle-Wittenberg und dort Sprecher des Forschungsschwerpunktes «AufklĂ€rung - Religion - Wissen». Vorher war er Stellvertretender Direktor des Leibniz-Zentrum fĂŒr Literatur- und Kulturforschung, Berlin, sowie Professor fĂŒr Kulturforschung an der Humboldt-UniversitĂ€t zu Berlin.
Weitere Angaben

Description
«NĂŒtzt es dem Volk, betrogen zu werden?» - Schon die Zeitgenossen sahen diese 1780 von der Berliner Akademie veröffentlichte Preisfrage als epochemachend und schockierend. Der vorliegende Band fragt, ob der Wettbewerb als Höhepunkt, Wendepunkt oder Tiefpunkt der AufklĂ€rung verstanden werden kann.
Ausgelöst wurde damals eine lebhafte Diskussion, in der die politischen Implikationen der AufklĂ€rung verhandelt wurden. Ob die AufklĂ€rung und die Regierungen wirklich gemeinsame Interessen verfolgten? Ob erstere durch TĂ€uschung geschĂŒtzt werden mĂŒsse? Ob letztere durch TĂ€uschung kompromittiert werden? Es zeigt sich die zunehmende Skepsis gegenĂŒber der AufklĂ€rung am Ende des 18. Jahrhunderts, und es treten die Ambivalenzen und Spannungen zutage, die sie prĂ€gen: die prekĂ€re Position der deutschen AufklĂ€rung, die den Kampf gegen Vorurteile mit der Unterordnung unter die staatliche Obrigkeit verband, das zweideutige VerhĂ€ltnis der AufklĂ€rung ĂŒberhaupt zum «Volk», ihr Glaube an die Macht der Wahrheit und ihr Zweifel daran. Die Diskussion ist auch heute aktuell angesichts einer Krise der Ăffentlichkeit und eines sich verschĂ€rfenden Streites um den politischen Wert der Wissenschaft, in dem oft explizit Bezug auf die AufklĂ€rung genommen wird.
Autorenportrait
Elisabeth DĂ©cultot ist seit 2015 Professorin fĂŒr Neuere deutsche Literatur an der UniversitĂ€t Halle-Wittenberg und leitet dort das InterdisziplinĂ€re Zentrum fĂŒr die Erforschung der europĂ€ischen AufklĂ€rung (IZEA). Zuvor war sie Directrice de Recherche im Centre National de la Recherche Scientifique in Paris. Sie ist Sprecherin des Graduiertenkollegs «Politik der AufklĂ€rung».
Daniel Weidner ist seit 2020 Professor fĂŒr Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der UniversitĂ€t Halle-Wittenberg und dort Sprecher des Forschungsschwerpunktes «AufklĂ€rung - Religion - Wissen». Vorher war er Stellvertretender Direktor des Leibniz-Zentrum fĂŒr Literatur- und Kulturforschung, Berlin, sowie Professor fĂŒr Kulturforschung an der Humboldt-UniversitĂ€t zu Berlin.











